Am Wahl-Sonntag luden die Freunde des Nationaltheaters zur Jahresveranstaltung und Konzertmatinee in die Bayerische Staatsoper ein. Kirill Petrenko leitete das Bayerische Staatsorchester, als Solistin war die Geigerin Patricia Kopatchinskaja zu erleben. Auf dem Programm standen die 2. Symphonie von Johannes Brahms sowie das Violinkonzert von Arnold Schönberg. Für die Zugabe von Darius Milhaud verließ der Soloklarinettist des Bayerischen Staatsorchesters, Andreas Schablas, seinen Platz bei den Holzbläsern und kam nach vorne, um mit Patricia Kopatchinskaja zusammen zu musizieren.
Dr. Siegfried Kneißl begrüßte als Vorsitzender des Vorstandes der Freunde des Nationaltheaters die Mitglieder und Konzertbesucher und dankte allen für die großzügigen Spenden. Sein Dank richtete sich selbstverständlich auch an die Intendanz für die angenehme Zusammenarbeit.
Dr. Wolfgang Heubisch, Mitglied in unserem Verein gut gelaunt am Sonntagvormittag: „Brahms 2. altbekannt? Nein, es war wunderbar, wie Maestro Petrenko und sein Staatsorchester auch diese Symphonie transparent und neu zum Leuchten brachten. Patricia Kopatchinskaja spielt nicht nur, sondern tanzt (barfuß) ihre Musik. Ein Wirbelwind in der Geige. Das erste Mal, dass mir Schönberg naheging!“
Auch unser Mitglied Christiane Gräfin von Ballestrem war unter den begeisterten Konzertbesuchern, hier ihre Eindrücke: „Nur selten hört man das Konzert für Violine und Orchester op.36 von Arnold Schönberg in den großen Konzertsälen. Dafür gibt es einen einfachen Grund: „Das Werk ist eine harte Nuss, sowohl zu spielen, als auch zu hören“. So in etwa lese ich es im Programmheft zum 2. Akademiekonzert, welches am Sonntag den 14. Oktober in der Oper für die Freunde des Nationaltheaters aufgeführt wurde. Mit einer atemberaubenden Technik gelang es der russischen Violinistin Patricia Kopatchinskaja und dem Bayerischen Staatsorchester unter Leitung unseres Generalmusikdirektors Kirill Petrenko diese „Nuss“ zu knacken. Einen bezwingenden Reiz übte der Rhythmus der Musik aus, den die Solistin mit ihrer ganzen Körpersprache und barfuß stampfenden temperamentvoll widerspiegelte. Die virtuose Gestaltung ihrer Geigenstimme war ein Hochgenuss für die Freunde. Nach der Pause entfachte das Bayerische Staatsorchester mit der Symphonie Nr. 2 von Johannes Brahms beim Publikum einen Sturm der Begeisterung. Bei diesem Stück gab es auch keine „Nuss zu knacken“, sondern lieblich, romantische Musik und ein triumphaler Abschluss des 4. Satzes hinterließen bei mir die Gewissheit: „BEGEISTERUNG IST ANSTECKEND“
Ein inspirierendes, prachtvolles Akademiekonzert fand seinen Ausklang bei dem anschließenden Empfang mit Imbiss im neugestalteten, außergewöhnlichen Treffpunkt für Opernfreunde im „Freunde- Foyer“ der Oper. Ich verlasse den Lieblingsort fast aller „Freunde des Nationaltheaters“, um bei dem herrlichsten, spätsommerlichen Wetter meiner bürgerlichen Pflicht nachzugehen, meine Stimme bei der bayerischen Landtagswahl abzugeben! Mein Kreuzchen für die „Freunde des Nationaltheaters“ hatte ich ja bereits gemacht!“
Beim Empfang im „Freunde-Foyer“ nahm Dr. Siegfried Kneißl seinen Dank nochmal auf und überreichte Staatsintendant Nikolaus Bachler den neuen Freunde PIN; der Hausherr, hieß ebenfalls die „Freunde“ willkommen, freute sich über das Doppeljubiläum 100 Jahre Bayerische Staatsoper und 200 Jahre Nationaltheater und fügte an, die „Freunde“ könnten zwar altersmäßig nicht mithalten, denn sie seien erst 1951 gegründet worden, aber ohne den Verein und das enorme Engagement nach dem Krieg hätte es keinen Wiederaufbau gegeben. Das Haus wäre nicht auferstanden aus den Ruinen, man würde einen Neubau bespielen und nicht eines der schönsten Opernhäuser der Welt.
