Am Sonntag,15. Mai 2022, luden die Freunde des Nationaltheaters zum 50. Mal zum Wiedersehenstreffen ehemaliger Ensemblemitglieder der Bayerischen Staatsoper ein.
Bei einem solchen Jubiläum kam natürlich nur eine ganz besondere Aufführung in Frage. DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss, dirigiert von Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski in der Inszenierung von Barrie Kosky. Diese Inszenierung hatte in der letzten Spielzeit Premiere und war – durch die bekannten Umstände - so den allermeisten unter ihnen noch unbekannt. Dagegen hatten alle die ROSENKAVALIER-Inszenierung von Otto Schenk in der Ausstattung von Jürgen Rose in allerbester Erinnerung und tief in ihr Herz geschlossen.
Die Stars vergangener Zeiten wurden im – wie der Name schon vorgibt - Hausgöttersaal und der neuen Rheingoldbar empfangen. Unter ihnen befanden sich die Kammersängerinnen und Kammersänger Gertrud Freedmann, Ortrud Wenkel, Lilian Sukis, Gudrun Wewezow, Ingeborg Hallstein, Edith Mathis, Willi Brokmeier, Eike Wim Schulte. Die Gäste tauschten sich aus und genossen das Zusammensein unter Gleichgesinnten.
Dann freilich folgte der Höhepunkt des Tages, auf den sich alle freuten, der aber auch skeptisch erwartet wurde. DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss in der Neuinszenierung von Barrie Kosky.
Zur Pause gab es dann sehr angeregte, auch kritische Unterhaltung über Werktreue im Allgemeinen und über modernes Regietheater im Besonderen. Schnell war aber auch der Tenor nicht zu überhören, welch großartiger Vorstellung wir hier beiwohnen konnten.
In der zweiten Pause wurden die Gäste zum Empfang in die Rheingoldbar gebeten. Zu unser aller Freude begrüßte der Staatsintendant Serge Dorny die ehemaligen Künstler mit einer sehr persönlichen Ansprache und führte anschließend mit den einzelnen Künstler:innen anregende Unterhaltungen. Von der Intendanz der Bayerischen Staatsoper waren neben anderen die Direktorin des Musikalischen Bereichs, Frau Annette Zühlke, der Direktor des Künstlerischen Betriebs, Herr Tillmann Wiegand, sowie Tobias Truniger, Leiter des Opernstudios vertreten.
Nach einem fulminanten 3. Akt und einem wehmütigen Finale entließ uns der ROSENKAVALIER mit der Erkenntnis, dass jede Inszenierung, ob nun alt oder neu, in allerhöchster Qualität und mit 100%igem Herzblut, ein unbedingtes Fest für Augen und Ohren ist.
In diesem Sinne freuen wir uns mit den „Ehemaligen“ auf das nächste Wiedersehenstreffen im kommenden Jahr.
