Freunde des Nationaltheaters e.V.

Bayerische Staatsoper

Mit den 6,5 Millionen Mark, die von den "Freunden" für den Wiederaufbau des Nationaltheaters aufgebracht wurden, konnten unter anderem finanziert werden: der große Hauptlüster im Zuschauerraum, fast die komplette Bestuhlung, die Deckenbemalung im Königssaal und der Einbau vieler weiterer Teile des Dekors, als da sind Tapeten, Stuckveredelungen, Vergoldungen und klassizistische Beschläge.

"Apoll und die neun Musen" im steinernen Giebelfeld-Schmuck am Portikus der Bayerischen Staatsoper

Schließlich war in der Spendensumme auch noch die Anstoß-Finanzierung für den steinernen Giebelfeld-Schmuck am Portikus enthalten, der dann 1972 enthüllt wurde: "Apoll und die neun Musen", von Prof. Georg Brenninger in fünfjähriger Arbeit geschaffen.

Mit der Wiedereröffnung des Nationaltheaters war die Tätigkeit der "Freunde" für das Haus aber längst nicht beendet. Die Staatsoper blieb und bleibt ihr besonderes "Patenkind". Ein Blick auf die bemerkenswertesten Aktivitäten:

Um die Restfinanzierung der Gesamtkosten des Giebelschmucks sicherzustellen, begann man gleich 1963 mit einer gezielten Spendenwerbung. Sie erbrachte die fehlenden 200.000 Mark.

Festliche Oper

Festliche Oper: Die Macht der Gefühle

Der Verein initiierte und subventionierte bereits 1963 den Kunstdruckband "Festliche Oper", den er gemeinsam mit dem Freistaat Bayern und der Landeshauptstadt München herausgab: eine 330 Seiten starke, reich bebilderte Schilderung des Wiederaufbaus.

Das Thema Dokumentation war und ist auch in der Folgezeit ein Anliegen des Vereins geblieben: mit den Büchern "Nationaltheater" (1992), "Kraftwerk der Leidenschaft - Die Bayerische Staatsoper" (2001) und "Macht der Gefühle - 350 Jahre Oper in München" (2003). Dazu kommt eine Buchreihe mit den Bänden "Opern des Barock - von Monteverdi bis Mozart", "Opern des 19. Jahrhunderts - von Beethoven bis Verdi" und "Opern des 20. Jahrhunderts - von Strauss bis Widmann".

Erinnerungen, Ehemalige

Die Erinnerung an große, in München wirkende Künstler von einst ist den "Freunden" ein wichtiges Anliegen. Deshalb betreuen sie schon über vierzig Jahre hinweg die Porträt-Galerie des Nationaltheaters. An die vierzig Büsten und Porträts großer Intendanten, Dirigenten, Sängerinnen und Sänger des Hauses wurden im Lauf der Jahre von den "Freunden" gestiftet. Dazu kam 1990 ein von ihnen mitfinanzierter und mitherausgegebener Galerie-Führer.

Erinnerungen, Ehemalige: Richard Strauss

Seit rund dreieinhalb Jahrzehnten ist auch der regelmäßige lebendige Kontakt zu den "Ehemaligen" Tradition. Intendanten und Dirigenten, Sängerinnen und Sänger, Tänzer, Musiker, Bühnen- und Kostümbildner, die in früheren Epochen an der Bayerischen Staatsoper wirkten, sind einmal im Jahr Gäste bei einem Mittagessen im Königssaal und einer festlichen Opernvorstellung am Abend. In der Pause geben dann die Publikumslieblinge von damals ihren Fans Autogramme. 2009 veranstalten die "Freunde" diesen Feier-Tag bereits zum 40. Mal.

Eine wichtige volksbildnerische Aufgabe im Sinn der Vereinssatzung erfüllen die "Freunde" mit Ausstellungen – bislang 14 an der Zahl – in den historischen Sälen des Nationaltheaters. Die Serie begann 1970 aus Anlass des 100. Jahrestages der Uraufführung von Richard Wagners "Walküre".

Als 1993 der Bühnen-Hauptvorhang während einer Probe zum Raub der Flammen wurde, erklärte sich der Verein spontan bereit, die Kosten für eine Neubeschaffung zu übernehmen. Gemeinsam mit der Bayerischen Handelsbank AG wurden die nötigen 450.000 Mark aufgebracht. So konnte das rote Prunkstück – ein Raffvorhang mit 120 jeweils meterlangen Goldquasten und sechs goldenen Lorbeerkränzen im Durchmesser von zwei Metern – bereits in der Spielzeit 1995/96 wieder hochgezogen werden.

Bühnen-Hauptvorhang in der Bayerischen Staatsoper

Aus akustischen, thermischen und ästhetischen Gründen benötigte das Bayerische Staatsorchester für seine Akademiekonzerte im Nationaltheater dringend eine Konzertmuschel. 1998 wurden dafür im Rahmen einer Sonderaktion 200.000 Mark gesammelt – ein Fünftel der Gesamtkosten. Spender von mehr als 1.500 Mark waren Ehrengäste beim festlichen 1. Akademiekonzert am 9. November 1998 – und erhielten aus der Hand von Generalmusikdirektor Zubin Mehta einen Taktstock mit persönlicher Widmung.

Alljährlich wiederkehrend werden die Münchner Opern-Festspiele und die Konzertreihe "Neue Kammermusik XX/XXI" finanziell unterstützt. Zur ständigen Aufgabe hat sich der Verein die Förderung des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper und der Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters gemacht. Er verschafft den Akademisten auch Auftrittsmöglichkeiten vor einem kundigen Publikum und es gibt regelmäßig Gelder für die Kinder- und Jugendarbeit der Staatsoper. Hinzu kommt die Finanzierung der Monatsplakate der Staatsoper.

Förderer der Orchesterakademie

Die Freunde des Nationaltheaters unterstützen jährlich großzügig die Orchesterakademie des Bayerischen Staatsorchesters und bieten durch eigene Konzerte dem talentierten Musikernachwuchs ein Podium. So z.B. bei Konzerten im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg und in der Allerheiligen Hofkirche.

Säulen vor der Staatsoper München